Schonende Röstung und hervorragendes Aroma

Leider kann ich die alten Preise nicht mehr halten, ich musste die Preise anpassen.

Heute möchte ich einen kurzen Exkurs zum „schwarzen Gold“ machen – und nein, es geht diesmal nicht um eine neue kuriose Kaffeemarke oder einen funky Fermentationsprozess. Es geht um Öl.

Ölpreise gelten für viele als eine Art Seismograf der Weltwirtschaft. Sinkende Preise deuten auf günstige Energie hin – Produktion und Transport werden billiger, Wachstum wird wahrscheinlicher. Steigende Preise hingegen wirken wie Sand im Getriebe.

Doch Ölpreise erzählen noch eine zweite, oft wichtigere Geschichte: Sie treiben Inflation. Und genau hier beginnt eine Kettenreaktion, die am Ende auch den Kaffeemarkt erreicht. Bleiben Energiepreise hoch, geraten Zentralbanken unter Druck, die Zinsen zu erhöhen. Das wiederum stärkt den US-Dollar – und da Kaffee in USD gehandelt wird, verschiebt sich das Preisgefüge weltweit, insbesondere in Ländern mit schwächeren Währungen. Mit anderen Worten: Öl wirkt indirekt, aber spürbar auf den Kaffeepreis.

Seit dem US-amerikanisch-israelischen Konflikt mit dem Iran sind die Ölpreise (WTI) zeitweise um bis zu 50 % gestiegen – einer der stärksten kurzfristigen Preisschocks der letzten 10 bis 15 Jahre. Die Hoffnung bleibt, dass sich die Lage schnell beruhigt. Die Erfahrung zeigt jedoch: Kriege dauern meist länger und entwickeln sich dynamischer als ursprünglich angenommen.

Ich erinnere mich gut an den 24. Februar 2022, als Russland in die Ukraine einmarschierte. Oder an den Beginn der Covid-Pandemie im Frühjahr 2020. In beiden Fällen sahen wir ähnliche Muster: zunächst Unsicherheit, dann deutliche Bewegungen in Energie- und Rohstoffmärkten.

Aktuell reagieren die Zentralbanken noch abwartend. Die US Federal Reserve hat den Leitzins zuletzt unverändert in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 % belassen – trotz politischer Forderungen nach Zinssenkungen. Auch die EZB hält ihr Niveau bei rund 2,0 %. Dieses Verhalten ist nicht ungewöhnlich: Zunächst wird beobachtet, wie stark sich steigende Energiepreise tatsächlich auf Inflation, Wachstum und Arbeitsmarkt auswirken.
Historisch zeigt sich jedoch ein klares Muster: Nach solchen Schocks folgen die geldpolitischen Anpassungen oft zeitverzögert – und dann durchaus deutlich.

Sollte der Konflikt also anhalten, werden nicht nur Energiekosten steigen, sondern auch viele indirekte Faktoren: Düngemittel, Logistik und letztlich auch Finanzierungskosten. Das alles trifft auf einen Kaffeemarkt, der ohnehin bereits auf einem hohen Preisniveau unterwegs ist.

Die Märkte haben diese Unsicherheit bereits aufgenommen. Am New Yorker C-Markt bewegten sich die Arabica-Preise in der vergangenen Woche zunächst zwischen 280 und 300 c/lb, bevor sie zum Wochenschluss deutlich in Richtung 310 c/lb anzogen. Die Woche endete mit einem Plus von 8,6 % bei 309,75 c/lb.

In London zeigten sich die Robusta-Preise ebenfalls fest und stiegen über fünf Handelstage hinweg kontinuierlich auf 3.664 USD/MT, ein Plus von rund 6 %.

Bemerkenswert ist dabei, dass die fundamentale Ausgangslage eigentlich für Entspannung spricht: eine starke Ernte in Brasilien steht bevor, Vietnam hat bereits eine solide Ernte eingebracht. Doch geopolitische Risiken überlagern derzeit diese positiven Signale – und sorgen für erhöhte Volatilität.

Was bedeutet das für den Markt – und konkret für Röster? Die kommenden Monate könnten etwas holpriger verlaufen. Verfügbarkeiten dürften phasenweise enger sein, Verschiffungen sich verzögern, und die Preise bleiben anfällig für kurzfristige Ausschläge. Gleichzeitig ist absehbar, dass mit Fortschreiten der brasilianischen Ernte – insbesondere nach dem Sommer – wieder mehr Ruhe in den Markt kommen könnte.

Die Kaffeebranche hat in den letzten Jahren eindrucksvoll gezeigt, wie anpassungsfähig sie ist. Auch diese Phase wird vorbeigehen – aber bis dahin bleibt ein aktives Risikomanagement entscheidend.

16.03.  2026

Allgemeine Kaffeenews

Ein ganz normaler Montagmorgen. Röster bereiten ihre erste Röstcharge der Woche vor, Rohkaffeehändler in Miami, Hamburg und Sydney probieren die ersten Muster und checken die Positionen, Exporteure sprechen mit den Reedereien um Container zu reservieren, Farmer in Brasilien schauen auf die Wetterkarten und auf ihre Ernteerträge des Wochenendes. Und irgendwo dazwischen – unsichtbar und fast völlig unbemerkt – bewegt sich der Markt, der eigentlich von Angebot und Nachfrage bestimmt wird.

Doch plötzlich verschiebt sich der Rahmen.

Über zwanzig große Kriege und bewaffnete Konflikte zählt man derzeit weltweit. Neben den offensichtlichen Gräueltaten – Tod, Zerstörung und menschliches Leid – haben diese Konflikte noch eine andere, weniger sichtbare Gemeinsamkeit. Sie entwickeln sich fast immer anders als geplant.

Militärhistoriker sprechen hier von der sogenannten „War Planning Fallacy“. Regierungen planen Kriege fast immer so, als wären sie kurz, kontrollierbar und begrenzt. Die Realität ist jedoch eine andere:

Kriege dauern länger, werden brutaler und entwickeln eine Eigendynamik, die kaum jemand vorhergesehen hat. Warum?

Weil beide Seiten ihren Gegner systematisch falsch einschätzen. Weil Vertrauen zerstört wird. Und weil Kriege offene, komplexe Systeme sind, in denen plötzlich neue Akteure mit eigenen Interessen entstehen. Ökonomisch betrachtet führen Kriege fast immer zu Wohlstandsvernichtung.

Typische Folgen sind:
• steigende Rohstoffpreise
• höhere Inflation
• zunehmende Staatsverschuldung
• geopolitische Handelsblöcke

Am stärksten leiden jedoch die Menschen in den betroffenen Ländern. Wohnraum, Energieinfrastruktur, Transportnetze und Fabriken werden zerstört. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpft, Kapital wird vernichtet, Arbeitslosigkeit steigt und Produktivität sinkt.

Migration nimmt zu. Bildung wird unterbrochen. Und wer gewinnt?

Meistens jene Länder, die nicht direkt beteiligt sind, aber über eine starke Rüstungsindustrie verfügen.

Was bedeutet das nun konkret für den Kaffee-Markt?

Der Konsum von Commodities – darunter auch Kaffee – wird in solchen Situationen bestimmt nicht gefördert. Im Gegenteil. Wir sehen aktuell:
• stark steigende Energiepreise
• höhere Risikoaufschläge
• kompliziertere Logistik
• längere Transportzeiten
• steigende Finanzierungskosten

Und genau in diesem Umfeld bewegt sich derzeit auch der Kaffeemarkt.

Die Preisentwicklung der vergangenen Woche war geprägt von einer gewissen Ratlosigkeit. Ein klarer Trend ist nicht erkennbar. Gleichzeitig kommen aus den beiden größten Kaffeeproduzenten der Welt – Brasilien und Vietnam – nach wie vor sehr positive Signale.

In Brasilien deutet vieles auf eine rekordverdächtige Bumper Crop hin. Auch in Vietnam waren die Erträge pro Hektar sehr gut. Das führt zu einer interessanten Marktdynamik: Viele Farmer sind derzeit finanziell gut aufgestellt und sehen keinen unmittelbaren Verkaufsdruck. Stattdessen warten sie. In der Hoffnung, durch ein zurückgehaltenes Angebot höhere Preise zu erzielen.

Doch dieses Spiel ist riskant – und die Geschichte der Kaffeemärkte zeigt, dass solche Strategien häufig irgendwann abrupt in die entgegengesetzte Richtung kippen.

Ein Blick auf die strukturellen Marktdaten zeigt ein gemischtes Bild. Die zertifizierten Börsenbestände in New York und London wachsen bislang (noch) nicht signifikant an. Der Markt bleibt invertiert und der Switch handelt weiterhin hartnäckig über 5 c/lb.

Historisch betrachtet normalisiert sich eine solche Marktstruktur meist erst dann, wenn sich die zertifizierten Bestände wieder deutlich auffüllen. Erst dann fällt der Switch zusammen und der Markt bewegt sich wieder zurück in eine Contango-Struktur.

In der vergangenen Woche:
Arabica in New York
• minus 2,8 %
• Schlusskurs: 285,15 c/lb

Robusta in London zeigte sich zum Ende der Woche hin deutlich schwächer. Eine richtungslose Woche endete mit einer Korrektur von 200 USD/MT und einem Wochenverlust von 8,4 % bei 3.455 USD/MT. Das ist der niedrigste Stand seit sieben Monaten. Die entscheidende Frage lautet daher:

Wie positioniert man sich in einem solchen Markt?

Kurzfristig wird die geopolitische Situation im Nahen Osten weiterhin ein zentraler Faktor bleiben. Auch wenn dort kein Kaffee wächst, beeinflussen Energiepreise und globale Logistik die Kaffeemärkte erheblich. Für Marktteilnehmer bedeutet das aktuell vor allem eines:

Eine solide Preisdeckung und gesicherte Verfügbarkeit für die kommenden vier bis fünf Monate erscheint sinnvoll. Mittelfristig jedoch könnte sich das Bild deutlich verändern. Die gute Ernte in Vietnam und die erwartete Rekordernte in Brasilien werden vor allem in der zweiten Jahreshälfte in den Markt kommen. Sollte sich dieses Angebot tatsächlich materialisieren, dürfte ein solider Preisdruck entstehen.

Die Wahrscheinlichkeit einer Entspannung der Preise steigt damit.

Doch genau wie bei Kriegen gilt auch für Märkte eine einfache Regel: Je weiter wir versuchen in die Zukunft zu schauen, desto unschärfer und fehlerträchtiger werden unsere Prognosen.

In der folgenden Tabelle finden Sie die wichtigsten Marktzahlen der Woche:

Aus einer Inspiration wurde eine  Leidenschaft.

Die Leidenschaft KAFFEE

In hauseigener Röstung wird In einem schonenden Verfahren mit Zeit und Hingabe aus den Rohkaffeebohnen erlesener Kaffee, der nach individuellen Bedürfnissen zubereitet und genossen werden kann.

Ich bestelle den Rohkaffee beim Hamburger Kaffeeunternehmen List & Beisler.  Dieses Unternehmen hat eine lange Tradition und bezieht den Rohkaffee aus Zentralamerika, Südamerika, Asien und Afrika.
Das von mir angebotene Kaffeesortiment umfasst Rohkaffee und Kaffeebohnen.

Gerne stehe ich Ihnen beratend zur Seite und heiße Sie herzlich willkommen wenn Sie der Rösterei einen Besuch abstatten möchten. Ich bitte Sie um vorherige Rücksprache.

Sie erreichen mich unter folgender Mobilfunknummer: +49 173 / 35 39 137 oder über das Kontaktformular.

 


 

 

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