Neues aus der Kaffeewelt

  • 15.02.2022

Brasilien

  • Es ist fast unmöglich, etwas über die Kaffee-Situation in Brasilien zu schreiben, ohne auf die jüngste Rallye an der Warentermin-Börse für Kaffee (NY“C“) einzugehen. Brasilien spielt als weltgroßer Kaffeeproduzent natürlicherweise eine wichtige Rolle am Markt. Kaffee-News aus diesem Land haben somit einen sehr starken Effekt in der Preisentwicklung der Börse. Und so werden alle veröffentlichten Produktionsstatistiken mit äußerster Genauigkeit und Nervosität verfolgt. Theoretisch sollten die Arabica-Kaffeepreise an der New Yorker Börse alle verfügbaren Informationen bereits „eingepreist“ haben. Nichtsdestotrotz ist die Volatilität zurückgekehrt und hat die Preise auf ein neues 10-Jahres-Hoch – knapp über 260 USc/lb – getrieben. Dies ist vor allem auf den Abbau von Börsen-zertifizierten Lagerbeständen, auf die nach wie vor bestehenden Logistik-Engpässe und sicherlich auch auf die geringeren Ernteerwartungen in Brasilien zurückzuführen. Je näher wir dem Erntebeginn kommen, desto öfter werden auch die Produktionszahlen neu geschätzt werden.  Die Exporteure bereisen die wichtigsten Kaffeeanbaugebiete, um die akkurate Anzahl der vom Frost betroffenen Bäume und die Auswirkungen auf die Entwicklung der Ernte genau bestimmen zu können. Neue und genauere Daten werden demnächst sicherlich verfügbar sein.
  • Brasiliens zweijährige Produktionszyklen für Arabica sind ziemlich ausgeprägt. Werfen wir nun  einen Blick auf einige Produktionszahlen: 
  • Eine weitere Auswirkung, die näher betrachtet werden muss, ist die Tatsache, dass der brasilianische Real in den letzten Tagen um 10% gestiegen ist und bei 5,24 pro USD gehandelt wird. Diese „Stärke“ ist jedoch eher auf eine momentane Schwäche des Dollars zurückzuführen, die auch im Verhältnis zu anderen Währungen zu beobachten ist. Ein stärkerer Real macht den Kaffee aus Brasilien teurer.
  • Vanúsia Nogueira, langjährige Geschäftsführerin der Brazilian Specialty Coffee Association (BSCA), wurde soeben zur neuen Geschäftsführerin der International Coffee Organization (ICO) gewählt. Sie ist die erste Frau an der Spitze dieser sehr angesehenen Organisation. Wir gratulieren und wünschen ihr alles Gute bei dieser neuen Aufgabe.
  • In den letzten Wochen gab es in den wichtigsten Kaffeeanbaugebieten Brasiliens überdurchschnittlich viel Regen. Die Regenfälle sind für den Reifungsprozess der Kaffeekirschen von Vorteil und führen dem Boden die dringend benötigte Feuchtigkeit zu. Dennoch berichten einige kleinere Städte im Landesinneren von Flussüberschwemmungen und Matschlawinen. Auf den größeren Farmen laufen die Wasserreservoirs wieder voll.
  • Während sich die klimatischen Bedingungen ändern und zu Überschwemmungen und Erdrutschen führen, fragen wir uns, warum die Entwaldungsrate im Januar einen neuen Höchststand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2015 erreicht hat. Die neuesten Satellitendaten der brasilianischen Raumfahrtbehörde Inpe zeigen, dass die Abholzung im Januar fünfmal höher war als im Januar 2021. Der Schutz des Amazonasgebiets ist für die Bekämpfung des Klimawandels von entscheidender Bedeutung, und bereits Anfang November 21 versicherte Jair Bolsonaro auf dem Klimagipfel COP26 in Glasgow, dass die Entwaldung noch in diesem Jahrzehnt gestoppt werden soll. Es besteht dringender Handlungsbedarf und es wird erwartet, dass Brasiliens Präsident auch zu seinem Wort steht.
  • Trotz der bekannten Probleme in den Häfen konnten einige Verschiffungen gebucht werden und der Kaffee ist nun auf dem Weg. Aber bitte nicht zu euphorisch werden; es ist leider immer noch ein langwieriger, kostspieliger und langsamer Weg.

Kolumbien

  • Am 29. Mai sind Präsidentschaftswahlen geplant und die Kandidatinnen und Kandidaten aller Parteien bereiten sich langsam vor. Im März findet bereits eine Vorauswahl statt, um aus den über 20 möglichen Kandidaten diejenigen mit der größten Wählerschaft herauszufiltern. Eine prominente Kandidatin ist Ingrid Betancourt, die bereits 2002 für das Präsidentenamt kandidierte, als sie von der Rebellengruppe FARC entführt und sechs Jahre lang als Geisel gehalten wurde. Nach den Vorwahlen werden genauere Prognosen über die künftige Führung Kolumbiens realistischer sein.
  • Die Inflation fordert auch in Kolumbien ihren Tribut. Die Kaffeefarmer berichten von höheren Preisen für Lebensmittel, Arbeitskräfte und landwirtschaftliche Betriebsmittel, was sich unmittelbar auf ihre Produktionskosten auswirkt.
  • Kolumbien ist als weltgrößter Produzent von gewaschenen Arabicas bekannt. Von Januar bis Dezember 2021 wurden 12,6 Millionen Sack produziert. Das sind 9% weniger als im Kalenderjahr 2020 (13,9 Millionen Sack). Der Produktionsrückgang wird sowohl auf Auswirkungen der Straßensperren zurückgeführt (siehe unsere Newsletter aus dem letzten Quartal 2021), durch die Betriebsmittel und Arbeitskräfte die Farmen nicht rechtzeitig erreichten, als auch auf den Klimawandel, der den Kaffeeregionen widrige Wetterbedingungen bescherte.
  • Die kleinen Überbleibsel der Haupternte können durch die sehr regnerischen und feuchten Wochen nicht final eingebracht werden. Allerdings sind diese Wetterbedingungen aber zweifellos von Vorteil für die Bildung der Kirschen der bevorstehenden „Mitaca“-Ernte. Diese wird ab Ende März/Anfang April erwartet.
  • Die übermäßigen Regenfälle haben in einigen Teilen Kolumbiens zu Erdrutschen geführt, wie etwa in der Gemeinde Dosquebradas im Departement Risaralda (Kaffee-Achse). Während der Regenzeit gehören leider Erdrutsche mehr und mehr zum Alltag und stellen eine besondere Gefahr für Menschen dar, die ihre Häuser an steilen Hängen bauen.
  • Buenaventura, Cartagena und Santa Marta haben weiterhin mit den bereits bekannten logistischen Problemen zu kämpfen. Es mangelt an Containern, und die Schiffe sind überbucht. Dadurch verzögern sich die Transporte ständig.

Peru

    • Am 14. Januar hat ein Vulkanausbruch in der Nähe von Tonga hohe Wellen verursacht, die  wiederum auch die Küsten Perus trafen. Leider trafen diese extrem große Wellen auch einen Tanker, der Öl aus einer Offshore-Raffinerie entlud, so dass mehr als 12.000 Barrel Öl ins Meer gelangten. Die spanische Ölcompany Repsol wurde von der peruanischen Regierung für die Beseitigung dieser Umweltkatastrophe verantwortlich gemacht.
    • Zu dieser Jahreszeit sind die Kaffeefarmer auf ihren Feldern und bereiten die Plantagen für die neue Ernte vor. In ca. zwei Monaten soll dann die neue Ernte beginnen.
    • Mit reichlich Regen und viel Sonnenschein sind die Wetterbedingungen für die Reifung der Kaffeekirschen der kommenden Ernte 2022 fast ideal.

Die peruanische Kaffeeproduktion schwankte in den letzten Jahren zwischen 3,7 und 4,2 Millionen Sack. Die ersten Schätzungen für die kommende Ernte liegen im Rahmen der Erwartungen bei etwa 4 Millionen Sack.

Internationale Kaffeepreise:

  • In den letzten Wochen verzeichnen die internationalen Kaffeepreise zunehmend Volatilität und Preissprüngen.
  • Diese Entwicklung setzt sich seit nun fast zwölf Monaten fort, was deutlich an den Preisen für Arabica an der Kaffee-Terminbörse ICE zu beobachten ist. Die Preise haben sich seit Anfang November ’20 fast verdoppelt.
  • Vor allem seit April ’21 stiegen die Arabica-Preise kontinuierlich um insgesamt fast 78%.


Quelle: Barchart

  • Es gibt verschiedene Gründe für eine solche Aufwärtsbewegung des Marktes. Diese reichen von fundamentalen Engpässen in der Kaffeewelt (Dürre und Frost in Brasilien, die sich in der Ernte 2022/23 widerspiegeln werden), globalen logistischen Engpässen (aufgrund der Herausforderungen der Covid-19-Pandemie und der explodierenden Frachtkosten), dem Rohstoff-Superzyklus (Rohstoffe werden als Absicherung gegen die Inflation verwendet) und geopolitischen Problemen (z. B. Äthiopiens Probleme mit den Rebellengruppen).
  • Die gute Nachricht bezüglich der höheren Preise ist, dass die meisten Bauern, die ihren Kaffee jetzt verkaufen, wesentlich höhere Preise erzielen können – zumindest im Vergleich zu vergangenen Jahren.
  • Diese höheren Preise sind mehr als notwendig, da die Produktionskosten für Kaffee (Arbeit, Energie,  landwirtschaftliche Betriebsmittel, usw.) in allen Erzeugerländern gestiegen sind.
  • Quelle: List& Beisler

Costa Rica:

  • Die aktuellen Prognosen für die Ernte 21/22 bewegen sich um 1,3 Millionen Säcke.
  • Es herrschten optimale Wetterbedingungen für die Entwicklung der Kaffeekirschen. Die Ernte ist in allen Kaffeeanbaugebieten in vollem Gange.
  • Derzeit finden die ersten Parchment-Lieferungen an die Trockenmühlen statt, die Exporte werden im Januar 2022 beginnen.

Guatemala:

  • Reichlich Sonnenschein in Verbindung mit ausreichend Regen ist eine hervorragende Voraussetzung für eine gute Kaffeeernte.
  • In den tiefer gelegenen Kaffeeregionen hat die Ernte bereits seit einigen Wochen begonnen.
  • Einige Regionen berichten von einem Mangel an Kaffeepflückern. Dies ist jedoch nicht ungewöhnlich, wenn in mehreren Gebieten gleichzeitig geerntet wird.
  • Die Hafenlogistik wird die Hauptursache für die aufkommende Probleme sein, Verzögerungen sind vorhersehbar.

Honduras:

  • Die letzten Wochen standen ganz im Zeichen der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen, die für den kommenden Sonntag angesetzt sind. Die derzeitigen Präsidentschaftskandidaten sind Xiomara Castro (Partido Libertad y Refundación) , Nasry Asfura (Nacional Party) und Yani Rosenthal (Liberale Partei). Unabhängig davon, welcher Kandidat den Sieg davonträgt, warten wirklich schwierige Aufgaben darauf, gelöst zu werden: eine gespaltene Gesellschaft, Korruption, Armut und Drogenhandel..
  • Reichlich Sonnenschein und optimale Wetterbedingungen haben die Reifung der Kirschen beschleunigt. In den tiefer gelegenen Regionen ist die Ernte in vollem Gange.
  • Die Washing Stations erhalten eine beträchtliche Menge an Kirschen. Nachdem das Parchment getrocknet ist, wird es zur Weiterverarbeitung an die Trockenmühlen geliefert.
  • Die ersten Container werden für den Export vorbereitet. Die internationale Seelogistik ist nach wie vor die größte Herausforderung: Überbuchte Schiffe und unzureichende Lebensmittelcontainer bereiten die meisten Probleme.


Nicaragua:

  • Nach einem eher „pantomimischen“ Präsidentschaftswahlkampf ist Daniel Ortega wiedergewählt worden. Mit einigen Unterbrechungen regiert er Nicaragua nun zum fünften (!) Mal. Seine Partei, die Sandinista National Liberation Front (FSLN), wurde mit fast 76 % gewählt. Die meisten Kandidaten der Opposition waren entweder inhaftiert oder hatten das Land aus Angst vor Verfolgung verlassen.
  • Die Wetterbedingungen in den Kaffeeanbaugebieten waren hervorragend. Trockene und warme Tage haben den Reifungsprozess der Kirschen beschleunigt. Die Ernte schreitet ohne nennenswerte Probleme voran.
  • Die Washing Stations sind optimal ausgelastet. Die Trockenmühlen nehmen bereits Parchment an und bereiten die Kaffees für den Export vor.
  • Brasilien:
    • Die COP26-Konferenz in Glasgow endete am 13. November. Im Rahmen der Konferenz verpflichtete sich Brasilien die illegale Abholzung bis 2028 zu beenden.
    • In den vergangenen Wochen gab es ausreichend Regen in allen wichtigen Kaffeeregionen. Auch für die kommenden Wochen sind weitere Regenfälle vorhergesagt. Das ist eine gute Nachricht für alle Kaffeefarmer, die noch immer unter den extremen Dürreperioden der vergangenen Jahre leiden. Die Regenfälle bringen den Böden die dringend benötigte Feuchtigkeit zurück.
    • Die für die Kaffeebäume so wichtige Blütezeit begann im vergangenen Monat. Man erwartet, dass die reichlichen Regenfälle die Blüte fördern und somit dann die Kaffeeerträge für die kommende Ernte 2022/23 potenziell höher ausfallen werden.
    • Cecafé, der brasilianische Verband der Kaffeeexporteure, hat einen Bericht über die logistischen Probleme in den Häfen veröffentlicht. Dem Bericht zufolge sind häufige Umladungen, Buchungsstornierungen, Platzmangel auf den Schiffen und eine geringere Verfügbarkeit von Lebensmittelcontainern der neue Normalzustand und der Hauptgrund für die Verzögerung von 3,7 Millionen Säcken seit Januar 2021. Hinzu kommt, dass der jüngste Streik der Lkw-Fahrer im Hafen von Santos (der jetzt gerade beendet wurde) die Situation noch verschlimmert hat.

    Kolumbien:

    • Der Oktober markiert den Beginn des neuen Kaffeejahres. Kolumbien, der weltweit größte Produzent von gewaschenem Arabica Kaffee, muss in diesem Monat einen Produktionsrückgang von 200.000 Säcken hinnehmen (1 Million Säcke im Vergleich zu fast 1,2 Millionen Säcken im Oktober 2020).
    • Die kolumbianischen 12-Monats-Produktionszahlen zeigen einen Rückgang von 5 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (11-2020 bis 10-2021: 13,2 Millionen Säcke und 11-2019 bis 10-2020: 13,9 Millionen Säcke).
    • Dennoch konnte Kolumbien in den letzten 12 Monaten 2 % mehr exportieren als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
    • Die Ernte verläuft in allen wichtigen Kaffeeregionen im Norden (vor allem Magdalena, Cesar, Norte de Santander und Santander) sowie im Zentrum (Antioquia, Eje Cafetero“, Cundinamarca und Tolima) und im südlichen Teil von Huila ohne größere Herausforderungen gut voran.
    • In Antioquia und dem „Eje Cafetero“ (hauptsächlich Caldas, Risaralda und Quindío) kam es zu anhaltenden schweren Regenfällen. Straßen sowie Infrastruktur wurden von Erdrutschen verschüttet bzw. beschädigt. Hierdurch wird die Zugänglichkeit der Kaffeegebiete eingeschränkt.
    • Die Trockenmühlen sind voll ausgelastet, nehmen neues Parchment auf und bereiten Rohkaffee für den Export vor.
    • Der größte Engpass besteht nach wie vor in den Häfen von Buenaventura und Cartagena. Es besteht ein allgemeiner Mangel an geeigneten Lebensmittelcontainern.

    Peru:

    • Die Expo Café Peru 2021 ist gerade zu Ende gegangen. Etwa 5.000 Besucher haben dieses Ausstellungsformat in Lima besucht.
    • Starke Regenfälle, insbesondere in den nördlichen Teilen Perus, verzögern die letzten Runden der diesjährigen Ernte. An den Bäumen hängen jedoch nur noch wenig Kirschen; die Ernte ist so gut wie fertig.
    • Die Regenfälle haben einige Straßen in Flüsse verwandelt und die Infrastruktur schwer beschädigt.
    • Alle Trockenmühlen sind voll ausgelastet und die Lagerhallen sind extrem gut gefüllt mit exportfertigem Rohkaffee.

Die Aktivitäten im Hafen laufen schleppend, da es an geeigneten Containern mangelt und die Schiffe ihre Buchungen ständig stornieren.

Äthiopien

  • Der Krieg zwischen der Nationalen Armee und den Rebellen eskaliert weiter. Die Regierung hat offiziell den nationalen Notstand ausgerufen.
  • Während Äthiopiens Premierminister Abiy Ahmed nun die Truppen direkt an der Front führt, sollen die Rebellen sich südwärts in Richtung der Hauptstadt Addis Abeba bewegt haben. Die Zivilgesellschaft im Norden des Landes leidet unter einer der schlimmsten humanitären Katastrophen in der Geschichte des Landes.
  • Gleichzeitig geht der Alltag in Addis mit einer seltsamen Normalität weiter.
  • Die Regierungen der USA, des Vereinigten Königreichs, Frankreichs und Deutschlands haben ihre Landsleute aufgefordert, das Land aufgrund der unsicheren Lage zu verlassen.
  • Bislang findet der Konflikt nur im Norden des Landes statt. Der Alltag in den südlichen und südwestlichen Kaffeeregionen verläuft friedlich.
  • Die Ernte der reifen Kaffeekirschen ist in allen Kaffeeanbaugebieten in vollem Gange. In den Washing Stations werden die Kirschen angenommen, entpulpt, fermentiert und gewaschen. Die typischen African Drying Beds sind vollgepackt mit Parchment und Naturals, welche kontinuierlich gewendet werden, um einen gleichmäßigen Trocknungsprozess in der Sonne zu gewährleisten.
  • Die Inlandspreise für Kaffee sind extrem hoch, und die Bauern, die ihren Kaffee heute verkaufen, können sich gute Preise sichern.
  • Die Straße zwischen Addis und Dschibuti ist frei und bisher nicht blockiert. Der Kaffee kann ohne nennenswerte Verzögerungen nach Dschibuti transportiert werden. Die bereits bekannten Verzögerungen im Hafen sind leider noch nicht behoben.

Kenia

  • Die Haupternte verläuft positiv. Die famosen Kaffeegebiete rund um den Mt. Kenia liefern bisher wirklich ausgezeichnete Kaffees.
  • Die Wetterbedingungen waren sehr günstig für die Trocknung des Parchments in den Kaffeeanbau-Regionen.
  • Die Trockenmühlen empfangen die ersten Parchment-Chargen. Wir sind schon sehr auf die Muster der neuen Ernte gespannt! Es werden tollste Qualitäten erwartet.

Tansania

  • Einem BBC-Bericht zufolge haben die Temperaturen im November rund um den Kilimandscharo Rekordwerte erreicht. Die Temperaturen sind im Vergleich zum Durchschnitt des Vorjahres um fast 5 °C gestiegen. Gegen Ende des Jahres sollen die heißen Temperaturen dann wieder etwas zurückgehen.
  • Im südlichen Teil Tansanias, in Mbeya, Mbozi und Mbinga, nähert sich die Ernte ihrem Ende. Die Washing Stations berichten von einer erheblichen Verlangsamung der Anlieferungen, was angesichts der Jahreszeit nichts ungewöhnliches ist.
  • Die Hafenaktivitäten in Dar-Es-Salaam verlaufen weiterhin schleppend, und die Probleme sind bereits mehr als bekannt: Mangel an geeigneten Lebensmittelcontainern sowie Stornierung von Buchungen durch die Redereien.

Indonesien

  • Am Samstag, den 4. Dezember, brach auf der Insel Java der Vulkan Semeru aus. Mindestens 14 Menschen wurden von der heißen Asche verschüttet und getötet. Rettungskräfte suchen weiterhin nach Überlebenden in mindestens 11 Dörfern in Lumajang, Ost-Java.
  • In Indonesien wurden bislang mehr als 4 Millionen Covid-19-Fälle und rund 140.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet.
  • Die Ernte in Nordsumatra neigt sich dem Ende zu und soll dann Ende Dezember auslaufen.
  • Die letzte Woche hat Sonnenschein in die Kaffeeregionen Sumatras gebracht. Das war bitter nötig, da die vorangegangenen Wochen regnerisch waren und der geerntete und verarbeitete Wet-Hulled Kaffee trocknen musste.

Indien

  • Die Spannungen im nordöstlichen indischen Bundesstaat Nagaland halten an, nachdem 14 Zivilisten von Soldaten getötet wurden. Die Behörden schalteten alle Internetdienste ab und verhängten eine Ausgangssperre, um Massenproteste zu verhindern. In den letzten Jahren war dies die heftigste Eskalation in Nagaland, welches seit langem von Aufständen und ethnischen Spaltungen unter der Führung lokaler militanter Gruppen geplagt wird.
  • Aufgrund der Ausbreitung der neuen Covid-19-Variante Omikron hat Indien seine Reisebestimmungen verschärft. Das Land war zu Beginn dieses Jahres schwer von der Pandemie betroffen. Derzeit hat sich die Lage etwas beruhigt: In den letzten 24 Stunden wurden 8.306 neue Covid-19-Fälle registriert, womit die Gesamtzahl der Fälle in Indien auf 34,6 Millionen stieg.
  • In den meisten Kaffeeanbaugebieten hat es aufgehört zu regnen. Die Ernte in den niedriger gelegenen Regionen gerade begonnen hat.

Vietnam

  • Die Zahl der täglich neu auftretenden COVID-19-Fälle hat ein Rekordhoch erreicht, was zu wachsender Besorgnis über die Omikron-Variante führt. Die Behörden haben beschlossen, alle Flüge von und nach Afrika vorerst auszusetzen. Bis zum 6. Dezember bestätigte das vietnamesische Gesundheitsministerium über 1,3 Millionen COVID-19-Fälle und 26.260 Todesfälle infolge der Pandemie.
  • Das Wetter im zentralen Hochland Vietnams ist weiterhin extrem nass und regnerisch. Daher hat sich die Ernte leicht verzögert und geht relativ langsam voran. Etwa 40 bis 50 % der Ernte sind bereits eingebracht.
  • Die schweren Regenfälle fordern ihren Tribut an der Straßeninfrastruktur in den Kaffeeanbaugebieten.
  • Die Häfen arbeiten mit geringerer Intensität, vor allem wegen der Beschränkungen durch Covid-19 und der Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften.

Papua-Neuguinea

  • Trotz der geringen Durchimpfungsrate in der lokalen Bevölkerung werden die Lockdowns im Hochland aufgehoben. Diese Maßnahme ermöglicht einen reibungsloseren Reiseverkehr zwischen den Provinzen.
  • Im Hochland hat es stark geregnet und es wurden einige Hagelschläge gemeldet, die aber glücklicherweise keine spürbaren Auswirkungen auf die Kaffeebäume hatten. Trotz der derzeit feuchten Witterungsbedingungen sieht die Blüte gut aus.
  • Die Situation am Hafen ist nach wie vor einer der größten Engpässe. Es fehlt generell an geeigneten Lebensmittelcontainern. Die Aktivitäten im Hafen von Lae gehen nur langsam voran.
  • 14.12.2021
  • Brasilien:
    • Das Wetter in Brasilien schlägt wilde Kapriolen: Während in einigen Teilen des Landes dringend Regen benötigt wird, wurde der nordöstliche Bundesstaat Bahia am Wochenende von schweren Regenfällen heimgesucht. Das Unwetter forderte sieben Menschenleben, Tausende wurden aus ihren Häusern vertrieben. Auch Häuser, Straßen und Infrastrukturen wurden durch die Überschwemmungen infolge der starken Regenfälle stark in Mitleidenschaft gezogen.
    • In den Kaffeeanbaugebieten verzeichnete man in den letzten Wochen gute Regenfälle. Die Bodenfeuchtigkeit erholt sich gut und die Bäume haben im Oktober eine gute Blütezeit erlebt. Es bleibt nun zu hoffen, dass die Reifung der Knospen und schließlich der Kirschen ebenso erfolgreich verlaufen wird. Die Produktionsschätzungen der Experten liegen noch immer weit auseinander.
    • Die jüngsten Exportzahlen der Brazilian Coffee Exporters Association (Cecafé) zeigen einen Rückgang der Ausfuhren um 32 % in den ersten fünf Monaten des laufenden Erntekalenders (Juli 21 bis Juni 22). Dieser Rückgang kann auf die Auswirkungen der Pandemie, logistische Engpässe in den Häfen und zweifellos auch auf den für die brasilianische Kaffeeproduktion charakteristischen zweijährigen Erntezyklus zurückgeführt werden: die Ernte 20/21 war eine Rekordernte.
    • Trotz hervorragender Preise, die von den Käufern (Exporteuren und lokalen Röstern) geboten werden, zögern die Landwirte nach wie vor, ihre Kaffeerestbestände zu verkaufen. Sie haben genug Geld verdient und sind froh, dass sie ihr steuerpflichtiges Einkommen für 2021 nicht weiter erhöhen müssen.
    • Die Hafenlogistik bereitet den Exporteuren nach wie vor großes Kopfzerbrechen.  An den bereits bekannten Problemen – Mangel an Containern, überbuchte Schiffe und Stornierung von Buchungen – hat sich wenig geändert. Einige Exporteure experimentieren mit „Break-Bulk-Verladungen“, was bedeutet, dass ein Teil des Schiffes direkt mit Säcken gefüllt wird, ohne einen Container zu verwenden. Dies ist ein spannendes Unterfangen, wird aber wahrscheinlich nicht die Lösung für den Rückstau der Verschiffungen ausgleichen.

    Kolumbien:

    • Das neue Kaffeejahr (Oktober 2021 bis September 2022) zählt soweit 2,1 Millionen Sack. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des vorherigen Kaffeejahres 20/21 ist dies ein Rückgang von 18%. Nach Angaben der Federación Nacional de Cafeteros de Colombia (FNC) sind starke Regenfälle der Hauptgrund für diesen deutlichen Produktionsrückgang. Einige Berichte führen die übermäßigen Regenfälle der letzten Wochen auf das Wetterphänomen La Niña zurück.
    • Kolumbien ist nicht nur als weltweit führender Produzent von gewaschenem Arabica bekannt, auch die Kolumbianer selbst trinken immer mehr Kaffee. Von 2020 bis 2021 stieg der Binnenverbrauch um 62 % auf 2,1 Millionen Säcke. Fast 800.000 Säcke wurden aus Brasilien importiert.
    • Die Ernte in Huila, Antioquia, Eje Cafetero (Caldas, Risaralda, Quindio und Teile von Tolima) und Santander nähert sich ihrem Ende. Auch die Regenfälle neigen sich dem Ende zu und es wird von reichlich Sonnenschein berichtet. Diese Entwicklung wirkt sich positiv auf den Abschluss des Ernteprozesses aus.
    • Das Parchment wird an die Trockenmühlen geliefert und mit Rohkaffee beladenen Lastwagen fahren zu den Häfen von Buenaventura, Cartagena und Santa Marta. Die Situation in den Häfen ist nahezu unverändert: ein Mangel an Containern und überbuchte Schiffe verzögern die Verschiffung.

    Peru:

    • Pedro Castillo, der im Juli an die Macht gekommene Präsident des Landes, hat soeben ein von seinen rechten Gegnern angestrengtes Amtsenthebungsverfahren erfolgreich abgewendet. Ihm wurde Korruption und Misswirtschaft in den Regierungsgeschäften vorgeworfen. Ermittler fanden in einem Badezimmer des Präsidentenpalastes 20.000 USD in bar, die offenbar seinem Präsidentensekretär gehörten, der „überraschend“ seines Amtes enthoben wurde.
    • In den unteren und mittleren Höhenlagen ist die Ernte vorbei. Nur in den hoch gelegenen Gebieten sind noch einige Kirschen zu ernten.
    • Die Trockenmühlen liefen auf Hochtouren, als ein Erdbeben das Amazonasgebiet erschütterte und Straßen und Brücken zerstörte. Bauunternehmen arbeiten Tag und Nacht, um die Infrastruktur wiederherzustellen und den Warentransport zu den Häfen zu ermöglichen.
    • Die Situation in den Häfen hat sich leicht verbessert. Diese Nachricht muss im Zusammenhang gesehen werden, da zuletzt gar keine Container zur Verfügung standen und Schiffe die Häfen ganz ausließen.

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Podcast-Tipp
In der Episode spricht der Geschäftsführer Robert Heuveldop von List & Beisler mit Philipp Schallberger über die Grundprinzipien des Kaffeehandels.  Hört doch mal rein!
  • Quelle: List& Beisler